Umweltplanung und Wutbürger

Geschrieben von Dr. Rainer Hammer in Allgemein

iStock_000017742651MediumUmwelt planen, Lebensumfeld gestalten

Das Arbeitsfeld der Umweltplanung stößt in der Öffentlichkeit nahezu immer auf positive Resonanz. Im Wesentlichen geht es in der Umweltplanung darum, kreative Aspekte mit ökonomischen und ökologischen Aspekten in Einklang zu bringen. Dies kann viele verschiedene Bereiche betreffen, die von der Gestaltung öffentlicher und privater Freiräume über städtebauliche Planungen bis hin zur Entwicklung umweltgerechter Raumkonzepte reichen. Umweltplaner leisten auch einen Beitrag zur Konfliktvermeidung und Konfliktlösung bei geplanten Eingriffen durch Straßen, Entsorgungseinrichtungen, Großanlagen o. Ä. und konzipieren sogenannte Ausgleichsmaßnahmen für die verbleibenden Beeinträchtigungen. Diese Gestaltungsplanung des Lebensumfeldes von Menschen hat daher oft unmittelbare Auswirkungen auf die Lebensqualität der BewohnerInnen und erfährt daher eine hohe Wertschätzung.

Umweltplanung: nicht ohne Partizipation

Also könnte man schlussfolgern, mit einer guten Umweltplanung und der in vielen Planungsverfahren vorgesehenen Beteiligung kann eigentlich nichts schiefgehen, und Konfliktpotentiale mit der lokalen Bevölkerung können in der Planungsphase entschärft werden. Die Realität zeigt jedoch ein anderes Bild: Die Auseinandersetzungen um Groß- und Infrastrukturprojekte nehmen nach Zahl und Intensität laufend zu. Dies hat viele Gründe – sei es, dass zu Beginn von Planungen keine maßgeschneiderten Überlegungen für die Kommunikation vorliegen, die Lösungskompetenz der formalen Beteiligungsverfahren überschätzt wird oder das Vertrauen der Betroffenen in die Planung nur gering ausgeprägt ist.

Wer ein Vorhaben erfolgreich umsetzen will, muss die Menschen mitnehmen und beteiligen. Nach Möglichkeit sollen Beteiligungsprozesse allen Betroffenen und Interessierten, also einer „breiten Öffentlichkeit“ offen stehen. Bei manchen Beteiligungsverfahren – beispielsweise bei Mediationsverfahren – ist das allerdings nicht sinnvoll oder machbar. Die Bereitschaft einzelner BürgerInnen, sich in Planungsvorhaben einzubringen, hängt eng mit dem Ausmaß der persönlichen Betroffenheit zusammen.

Fachplanung braucht Kommunikation

Umwelt-PlanerInnen, die ihre Tätigkeit nach fachlichen Kriterien, gesetzlichen Grundlagen und im Idealfall nach einem größeren gesellschaftlichen Nutzen ausrichten, nehmen im Rahmen von Planungsprozessen zu einem großen Teil Kommunikationsaufgaben wahr: Sie informieren, präsentieren, diskutieren, moderieren, motivieren, fördern Akzeptanz, suchen Lösungen oder regen zum Handeln an (vgl. Klaus Selle: Planung und Kommunikation). Die Art und Weise, wie diese Kommunikationsaufgaben erfüllt werden, ist ein entscheidender Faktor für die Qualität von Beteiligungsprozessen. Daraus folgt, dass die erfolgreiche Umsetzung von Projekten die Verknüpfung kommunikativer Kompetenzen in Moderation und Mediation mit einem fundierten naturwissenschaftlichen und fachplanerischen Hintergrund in einem Team erfordert. Dieser Aufgabenstellung stellt sich die Kooperation von Grontmij und Advice Partners. Der für die Beteiligungs- und Abstimmungsprozesse nötige Zeitaufwand rechnet sich, indem öffentliche Kritik schon im Voraus aufgefangen und in konstruktive Bahnen gelenkt wird. Der Wutbürger bleibt zu Hause.

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Dr. Rainer Hammer

Dr. Rainer Hammer ist Bereichsleiter Umweltplanung & Verfahrensberatung bei der Grontmij GmbH.